Segeltour von Göteborg nach Werder/Havel

Freitag, 23. Juli

Nach der Arbeit um 16 Uhr steige ich vollbeladen in Karlsruhe in den Zug nach Berlin. Dort treffe ich meinen Cousin Peter und zusammen fahren wir in Richtung Malmö los. Es handelt sich mal wieder um einen trostlosen Nachtzug, aber was soll's. In Greifswald werde ich dann kurz wach und schaue etwas wehmütig aus dem Fenster, war ich doch schon zwei Jahre nicht mehr in meinem Studienort zu Gast.

Sonnabend, 24. Juli

Göteborg (Lilla Bommen) - Asperö 
Mittags kommen wir in Göteborg an und werden von meinen Eltern, meinem Bruder Matthias und meinem Neffen Fabian abgeholt. Wir gehen zum Stadthafen Lilla Bommen, wo die Orbit liegt. Es ist ziemlich starker Wind, aber ansonsten sehr schönes Wetter. Wir legen ab und segeln nach Asperö, einer Insel im südlichen Schärengarten vor Göteborg. Dort gehen wir zu einem wunderschönen einsamen Badeplatz, wo wir ein schönes Bad im doch ziemlich kühlen Wasser genießen. Das ist besonders mit Fabian ein großes Vergnügen.

Sonntag, 25. Juli

Asperö - Göteborg (Lilla Bommen) 
Jetzt heißt es schon wieder Abschied nehmen. Meine Eltern, Matthias und Fabian fahren heute nach Hause. Wir legen ab und segeln mit hoher Geschwindigkeit trotz kleiner Besegelung wieder zurück nach Lilla Bommen. Dort angekommen holen wir Ali, Silke und Lisi vom Bahnhof ab und bringen wenig später die alte Crew ebendorthin.

Montag, 26. Juli

Göteborg (Lilla Bommen) - Ussholmen
18 sm unter Segel und 3 sm unter Motor
 
Heute ist die erste Tour mit der neuen Mannschaft: Peter, Ali, Silke, Lisi und zu guter Letzt ich. Es herrscht immer noch ein starker Nordwestwind. Wir habe uns vorgenommen, heute bis kurz vor Marstrand in die Außenschären zu segeln.
Ausflugsdampfer auf dem Weg nach Marstrand
Ausflugsdampfer auf dem Weg nach Marstrand
Festmachen am Felsen auf Ussholmen
Festmachen am Felsen auf Ussholmen
Wir kreuzen aus dem Götaälv und dann zwischen Björkö und Öckerö durch in Richtung Norden. Es ist Segeln wie im Bilderbuch, wenn auch der Wind etwas stark ist. Aufgrund der Schären sind die Wellen jedoch noch harmlos. Kurz bevor wir in Ussholmen, einer einsamen Schären südlich von Marstrand festmachen, beobachten wir eine große Robbenkolonie vielleicht 500 Meter entfernt von uns. Meine Mannschaft ist so begeistert, dass es schwer ist, sie von der Notwendigkeit einer Wende aufgrund der Untiefen zu überzeugen. Gegen 18 Uhr legen wir in einem kleinen Einschnitt von Ussholmen vor Heckanker direkt am Felsen an. Die Insel selber ist nicht viel mehr als ein kleiner kahler Felsen, der aus dem Kattegatt ragt. Man sieht von hier aus schon die Carlstens Fästning in Marstrand. Mit uns liegen noch einige andere Boote hier, es ist aber nach dem Hafen von Lilla Bommen, der mitten in einer Großstadt liegt, eine wahre Idylle.

Dienstag, 27. Juli

Ussholmen - Marstrand - Stora Askerön
19 sm unter Segel
 
Am nächsten Morgen geht es bei schönen Wetter weiter. Wir segeln bis nach Marstrand und legen dort gegen 11 Uhr an. Normalerweise ist der Hafen im Sommer immer total überfüllt, aber um diese Zeit sind die meisten Boote beim Ablegen und wir finden einen guten Platz. Es schließt sich ein schöner Spaziergang durch Marstrand an. Zwei Stunden später legen wir wieder ab und segeln weiter gen Norden. Dabei wählen wir den Weg zwischen der Insel Tjörn und dem Festland, den Hakefjord. Der ohnehin schon schwache Wind nimmt immer mehr ab, so dass wir nur noch im Schneckentempo unter der Tjörnbrücke durchschieben. Das Ganze ist jedoch sehr entspannend.
Tjörnbron
Tjörnbron
Ursprünglich wollen wir in einer Bucht südlich Stora Askerön ankern. Dort war es jedoch so tief, dass wir schließlich versuchen wollen, mit Heckanker am Ufer anzulegen. Dort ist es jedoch wiederum so flach, dass wir mit der Bootspitze noch gut 2 Meter von Ufer entfernt sind, als wir auflaufen. Nun ja, so bleiben wir dann liegen, und ich mache mir zum allgemeinen Gaudi beim Versuch, mit trockener kurzer Hose an Land zu gelangen, natürlich selbige nass.

Mittwoch, 28. Juli

Stora Askerön - Hjärterö
16 sm unter Segel
 
Morgenstimmung auf Stora Askerön
Morgenstimmung auf Stora Askerön
Heute endet unserer Fahrt nach Norden schon wieder. Die Rückfahrt in Richtung Deutschland beginnt gerade 2 Tage nach dem Start in Göteborg. Zuerst stehen wir nach einem bilderbuchmäßigem Ablegemanöver unter Segeln stundenlang in der brütenden Hitze einer Flaute und können noch 2 Stunden nach dem Start deutlich unseren nächtlichen Anlegeplatz sehen. Später kommt jedoch eine leichte Brise (natürlich von vorne) auf. Wir segeln durch den Skåpesund zwischen den beiden Inseln Orust im Norden und Tjörn im Süden hindurch. Dieser ist ziemlich eng, trotzdem kreuzen wir, was uns einige bewundernde und auch einige bedauernde Blicke von in beide Richtungen unter Motor fahrenden Yachten einbringt.
Abendlicht über den Schären bei Hjärterö
Abendlicht über den Schären bei Hjärterö
Nachdem wir aus dem engen Skåpesund in den weiten Stigfjord kommen, nimmt der Wind wieder etwas zu und wir kreuzen gemütlich und in jetzt auch in Konkurrenz zu einem schönen Holzboot langsam dem Skagerrak entgegen. Gegen 18 Uhr legen wir uns, natürlich unter Segeln, in einer kleinen Bucht der Insel Hjärterö vor Heckanker an die Felsen. Dort liegen schon rund 20 Yachten. Mit einer einsamen Schäre wird es heute, im Gegensatz zu gestern, also nichts. Jedoch ist der Rundblick von der Spitze von Hjärterö, den wir abends bei einem Spaziergang noch genießen, wirklich hinreißend. Solche Erinnerungen helfen einem über den Winter.
Panoramablick von Hjärterö
Panoramablick von Hjärterö

Donnerstag, 29. Juli

Hjärterö - Klädesholmen - Stryrsö
23 sm unter Segel und 2 sm unter Motor
 
Die Orbit im Hafen von Klädesholmen
Die Orbit im Hafen von Klädesholmen
Bei gewohnt schönem Wetter legen wir bei leichtem Südwind gegen 9 Uhr unter Segel in Hjärterö ab. Und als wenn das noch nicht genug wäre, kreuzen wir kurz danach mit schnellen Schlägen durch eine wirklich sehr enge Stelle, wo uns die scharfen Unterwassersteine bei der Wende 1 Meter vor dem Boot entgegengrinsen. Da wir schon seit Göteborg nicht mehr einkaufen waren, beschließen wir, in Klädesholmen anzulegen und Vorräte und Wasser zu bunkern. Das dauert knapp 2 Stunden und ich lerne dabei, dass Schlauch auf schwedisch "Slang" heißt. Danach geht es nach dem Ablegen unter Segel wieder los in Richtung Süden. Wir segeln bei leichten südwestlichen Winden wieder durch Marstrand. Kurz danach kommen wir in den sehr engen, etwa 100 Meter langen Albrektssundkanal, wo wir nicht umhinkommen, kurz mit dem Motor gegen den Wind zu tuckern. Der Kanal wurde gebaut, damit Marstrand noch eine 3. Zufahrt erhält. Das verringerte die Gefahr, von einer feindlichen Flotte eingeschlossen zu werden. Am Kanaleingang steht noch ein wunderhübsches Kanalwärterhäuschen, das wie das Traumferienhaus jedes Schwedentouristen aussieht. Kreuzenderweise bei leichtem Wind geht die Fahrt weiter. Unser Ziel Styrsö im südlichen Göteborger Schärengarten kommt allerdings kaum näher und der Wind schläft immer mehr ein. Gegen 21:30 stellen wir etwas entnervt (obwohl der Abend auf dem stillen Wasser herrlich ist) den Motor an und legen nach 20 Minuten in Styrsö an, kurz bevor es richtig dunkel wird. Bis in die 90er Jahre waren Styrsö und viele andere Inseln in der Umgebung von Göteborg noch militärisches Sperrgebiet und somit war Ausländern der Zutritt verboten. Das hat sich glücklicherweise geändert und man kann jetzt ohne Einschränkungen dieses fantastische Revier erkunden, zumindestens wenn man es nicht so eilig hätte, wie wir.

Freitag, 30. Juli

Stryrsö - Malö Hamn
17 sm unter Segel und 3 sm unter Motor
 
Der Lostenausguck in Malö Hamn
Der Lostenausguck in Malö Hamn
Auch heute sieht es wieder nach schönem Wetter und leichtem Südwind aus und in der Tat kreuzen wir wieder den ganzen Tag bei ganz leichtem Wind gen Süden durch den wunderschönen südlichen Göteborger Schärengarten. Es ist ein sehr entspannendes Segeln. Man sonnt sich, liest und wird natürlich von Zeit zu Zeit zur Mithilfe bei einer Wende aufgefordert. Sommersegeln in Schweden. Gegen 20 Uhr sind wir jedoch immer noch nicht in Malö Hamn angekommen und die Sonne beginnt schon wieder damit, sich von uns zu verabschieden. Wir stellen also wieder den Motor an und tuckern noch 3 Seemeilen bis wir in Malö Hamn vor Heckanker am Felsen anlegen. Malö Hamn ist, im Gegensatz zu dem, was der Name suggeriert, keineswegs ein Hafen, sondern eine Bucht, die gegen Süden offen ist, nach dorthin jedoch von einer Insel, nämlich Malö geschützt wird. Ein perfekter Naturhafen. Außerdem beginnt (was für uns bedeutet: endet) hier die Schärenzone an der schwedischen Westküste. Südlich gibt es zwar ab und zu noch mal die eine oder andere Schäre, aber das Ufer besteht dort vorwiegend aus Sandstrand.
Sonnenuntergang in Malö Hamn
Sonnenuntergang in Malö Hamn
Die Halbinsel Onsala, an deren Südseite Malö Hamn liegt, ist ein Naturparadies aus Felsen und Sträuchern. Hier durch die niedrig bewachsene Wildnis zu streifen und von Felsbuckel zu Felsbuckel zu springen, kommt meiner Vorstellung von der perfekten Entspannung ziemlich nahe. Nur die Kühe, die dort auf einer halbwegs planen Lichtung mehr oder minder wild herumstreifen, stören ein wenig das Bild, da sie erstens überall ihre Haufen hinterlassen und zweitens teilweise auch mit Hörnern ausgerüstet sind und nicht immer besonders freundlich schauen. Wir schummeln uns jedoch an ihnen vorbei uns kommen so zu einem Lotsenausguck auf einem Berg an der Westseite von Malö Hamn. Von dort aus sehen wir dann noch die letzten Sonnenstrahlen am Horizont des Kattegatt verschwinden.

Sonnabend, 31. Juli

Malö Hamn - Varberg
15 sm unter Segel und 5 sm unter Motor
 
Langsam geht uns die Hitze und die Flaute wirklich ein wenig auf die Nerven. Nachdem wir extra früh schon vor 8 Uhr in Malö Hamn losfahren, da wir heute in Varberg Ekki abholen wollen, weht schon wieder kein richtiges Lüftchen. Nun gut, wir fahren ab 11:30 wieder eine Stunde mit Motor über die spiegelglatte See. Dann kommt etwas Wind auf und wir können doch noch nach Varberg reinsegeln, wo wir gegen 15:30 anlegen. Ekki wartet dort bereits auf uns, aber dank der großartigen Erfindung der Mobiltelefonie war er nicht besonders bestürzt, als er uns noch nicht im Hafen vorfand. Nach der Begrüßung und dem Verstauen des Gepäcks und Bord gehen wir gemeinsam auf die Festung, die eigentlich das einzig Sehenswerte in Varberg ist. An Sommerwochenenden ist in Schweden immer jede Menge los, schließlich muss man hier oben die kurze warme Jahreszeit ordentlich nutzen. So ist auch heute hier auf der Burg irgendein Fest und viel Volk ist unterwegs, um sich zu amüsieren. Uns den lokalen Bräuchen anpassend und unseren eigenen Bedürfnissen entsprechend tun wir das auch. Wir kaufen in der Stadt für die geplante längere Tour am nächsten Tag noch ordentlich ein und gehen abends dann zu Ehren von Ekkis Ankunft an Bord in einem Lokal schön essen. Das ist vor allem teuer, aber man soll ja bei sowas auch nicht zu geizig sein.

Sonntag, 1. August

Varberg - ... 
Heute geht es wieder früh raus. Wir wollen nämlich eigentlich die Nacht und den nächsten Tag durchsegeln, um so weit wie möglich zu kommen. Allerdings ist der Wind wieder sehr schwach und kommt natürlich von vorn. Das ist etwas nervtötend, vor allem immer die ganzen Motorfahrer an uns vorbeiziehen zu sehen. Wir lesen und dösen einfach viel, haben nach 8 Stunden aber erst 20 Meilen durchs Wasser geschafft, auf unser Ziel zu vielleicht 15. Mit beginnender Dunkelheit werden, da gibt es strenge Regeln an Bord, die Rettungswesten angelegt und eingehakt. Nachts von Bord zu fallen ist wirklich kein Spaß, auch wenn fast kein Wind ist. Man hat im Dunkeln wenig Chancen, einen Überbordgegangenen wieder ins Schiff zu bekommen. Außerdem setzt jetzt am Abend das Wachsystem ein. Wir machen es so, dass alle 2 Stunden einer der zwei Wacheschiebenden abgelöst wird. Bei 6 Leuten besteht der Rhythmus also aus 2 Stunden Beiwache, 2 Stunden Steuerwache und 8 Stunden Freiwache. Eigentlich ganz angenehm. Nur bin ich wieder so edel (also dumm), mich für die Wache von 0 Uhr bis 4 Uhr einzuteilen. Das macht eigentlich keinen Spaß. Da ist es finster (nach 4 Uhr geht dann ja bald schon wieder die Sonne auf) und kalt.

Montag, 2. August

... - Helsingør
64 sm unter Segel und 4 sm unter Motor
 
Unter Spinnaker auf dem Weg zum Kullen
Unter Spinnaker auf dem Weg zum Kullen
Die heutige Nacht jedoch ist wunderschön. Der fast volle Mond leuchtet hell aus einem wolkenlosen Himmel und spiegelt sich silbern in den leichten Wellen des Meeres. Die Nacht ist so lau, dass ich nicht friere, trotzdem ich nur T-Shirt und Pullover anhabe. Man kann die Milchstraße sehen und als absoluter Höhepunkt hört man von Zeit zu Zeit um uns herum Tümmler atmen. Das mag wie eine Einbildung klingen, ich bin mir jedoch absolut sicher. Das Atmen eines Meeressäugers verursacht ein ganz typisches Geräusch und wer Zweifel hat, möge Silke fragen, mit der ich gerade Wache schob, und die in diesem Punkte ganz meiner Meinung ist sowie im Übrigen niemals lügen würde. Nachdem um 4 Uhr meine Wache endet, falle ich in einen gerechten und auch tiefen Schlaf. Es ist schließlich fast kein Wind und da kann es sich auch der Schiffsführer mal leisten, ein wenig zu schlummern. Ich trage jedoch der neuen Wache noch auf, immer mal den Navigator (wir verwenden als wahrscheinlich letztes Boot der Welt noch einen DECCA-Navigator) zu beobachten, da wir nur wenig Wind haben und ich den Eindruck habe, dass wir in Richtung Hallands Väderö versetzt werden. Als ich wieder aufstehe, steht die Sonne schon hoch am Himmel. Es herrscht wie üblich Flaute und Hitze und in der Tat hat es uns ziemlich in die Nähe von Hallands Väderö versetzt. Es handelt sich dabei um die südlichste Schäre der Westküste, die einer sandigen Halbinsel vorgelagert ist, an deren Spitze Torekov liegt. Die Küste von Hallands Väderö ist alles andere als angenehm. Hier liegen schon viele Schiffswracks herum. Wir sehen also zu, dass wir da wegkommen und gegen 11 Uhr kommt dann ein schöner Nordostwind auf, den wir durch das Setzen des Spinnakers perfekt nutzen. Das ist jetzt wieder Segeln vom Feinsten. Vor uns wird der Umriss des Kullen, der den Öresund nach Norden abschließt, immer größer und gegen 14 Uhr runden wir ihn. Wir rechnen schon mit einer schnellen Fahrt nach Helsingør, aber da macht uns der Gegenstrom im Öresund einen Strich durch die Rechnung. Er läuft kurz vor der engsten Stelle bei Helsingør mit 2 Knoten gegenan. Da auch der Wind nachlässt wird es nicht nur nichts mit einer schnellen Fahrt, wir müssen sogar wieder eine Stunden Motor fahren, ohne dabei richtig voranzukommen. Als wir um 20 Uhr nach 35 Stunden auf dem Wasser anlegen, haben wir ganze 68 Seemeilen geschafft. Ein wahrhaft blamabler Schnitt von weniger als 2 Knoten. Es war jedoch eine schöne Fahrt und darauf kommt es ja an.

Dienstag, 3. August

Helsingør - Kyrkbacken (Ven)
7 sm unter Segel und 2 sm unter Motor
 
Hamlet-Schloss Kronborg
Hamlet-Schloss Kronborg
Am nächsten Morgen ist die Mannschaft erstmal etwas aufmüpfig und will nicht sofort weitersegeln. Nun gut, dann gehen wir eben erstmal das Schloss von Hamlet ansehen. Hier in Helsingør im Schloss Kronborg, das strategisch günstig an der engsten Stelle des Öresundes liegt, spielt nämlich Hamlet. In dem alten Gemäuer, dem irgendwann Renaissancefassaden verpasst wurden, gibt es zuhauf deutsche Inschriften. Unserer Vermutung nach war Deutsch hier wohl so eine Art Hofsprache, wie in Deutschland lange das Französische. In einem Turm des Schlosses ist übrigens ein Leuchtfeuer untergebracht. Einen Sinn fürs Praktische haben die Dänen wirklich.
Abendstimmung über dem Øresund und dem Hafen von Kyrkbacken
Abendstimmung über dem Øresund und dem Hafen von Kyrkbacken
Ich muss in diesem Zusammenhang nicht erwähnen, dass wir heute die erste Nacht in diesem Urlaub in einem dänischen Hafen übernachtet haben. Das Überqueren von Ländergrenzen ist hier völlig problemlos und läuft ohne Kontrollen oder ähnliches. Und weil es soviel Spaß macht, planen wir auch für heute Abend wieder eine Übernachtung in einem schwedischen Hafen, nämlich Kyrkbacken auf der Insel Ven. Wir gehen erst nochmal einkaufen und dann wollen wir gegen 12:30 lossegeln. Der Strom hat aber seit gestern kein bisschen abgenommen. Wir werfen also erstmal wieder den Motor für 2 Meilen an und kämpfen uns langsam gen Süden vor. Dabei müssen wir die Fährroute vom dänischen Helsingør ins schwedische Helsingborg kreuzen.
Lisi, Peter, Ali, Silke, Ekki und ich
Lisi, Peter, Ali, Silke, Ekki und ich
Und dort herrscht Hochbetrieb. Die Fähren legen so häufig ab und an und die Fährstrecke ist so kurz, dass die Fähren vollkommen symmetrisch sind, also der jeweilige Bug vom jeweiligen Heck nicht zu unterscheiden ist. Nach dem Anlegen muss das Schiff nur hinten die Nationale runternehmen und vorne wieder setzen und nachts noch die Lichter vorne und hinten austauchen und dann kann sie einfach wieder in die andere Richtung losfahren. Die Fähren hier sind aber richtige hochseetüchtige Schiffe, nicht so klein und unförmig wie die ebenfalls symmetrischen Flussfähren. Nachdem wir diese Gefahrenstelle heil hinter uns gelassen haben, setzen wir die Segel und schippern gemütlich durch den sich weitenden Öresund, dessen Strömung demzufolge abnimmt. Dabei geraten wir noch fast in ein Regattafeld, stören aber niemand. Gegen 18 Uhr laufen wir in Kyrkbacken ein. Der Hafen ist im Sommer eigentlich immer total überfüllt, besonders, wenn man so spät kommt wie wir. Wir richten uns also schon darauf ein, nur noch einen schlechten Platz vor Heckanker an einer der Molen zu bekommen. Als wir jedoch in den Hafen kommen, fährt gerade ein Boot raus und macht uns einen Platz am Kai frei, an dem wir sogar einen Dalben für die Heckleine haben. Das ist viel besser als der Heckanker. Nach dem Abendbrot gehen wir auf den Kirchberg (schwedisch: Kyrkbacken) über dem Hafen und schauen auf die Boote hinunter und auf die gegenüberliegende dänische Küste und trinken eine kostengünstig in Dänemark erworbene Flasche Wein. Wieder ein traumhafter Abend.

Mittwoch, 4. August

Kyrkbacken (Ven) - Kopenhagen (Langelinie)
13 sm unter Segel und 1 sm unter Motor
 
Ekki war fischen
Ekki war fischen
Als wir bei einem der üblichen gemütlichen Sonnenfrühstücke sitzen, kommt mit einem Mal eine schwedische Kopie von Vincent van Gogh vorbei und fragt uns, ob wir bitte unsere gerade zum Lüften auf den Großbaum gehängte gelbe Sonnenblumenbettwäche (seit 20 Jahren an Bord) hängen lassen könnten. Er wolle den Hafen malen, und sie würde einen so schönen Farbtupfer abgeben. Da wir heute Vormittag sowieso einen Ausflug auf Ven machen wollen, sagen wir ihm das zu. Ven ist eine kleine Sandinsel mitten im Öresund, welche rundherum ziemlich steil ins Wasser abfällt. Wir leihen ein Tandem für Silke und Ali und 4 Fahrräder für den Rest aus. Die erste Herausforderung besonders für die Tandemfahrer ist der steile Weg auf den Kirchberg. Dieser liegt in einer Höhe mit dem Hauptniveau der Insel. Wenn man erstmal oben ist, gibt es keine Berge mehr, es sei denn, man fährt wie wir in den anderen Hafen Bäckviken herunter, der an der Südseite der Insel liegt. Insgesamt ist man mit dem Rad in gemütlicher Fahrt in etwa 15 Minuten von einem Ende von Ven zum anderen gekommen, aber wir wollen ja schließlich auch die touristischen Höhepunkte mitnehmen. Davon gibt es auf Ven vor allem das Schloss Uranienborg, den Sitz von Tycho Brahe. Seinerzeit war Ven, wie ganz Schonen, noch dänisch und der dänische König gab dem damals schon berühmten Astronomen Ven zum Lehen. Er sollte sich allerdings auch um den Leuchtturm kümmern, was wohl nicht immer so toll klappte. Jedenfalls hat Tycho Brahe von den von ihm konstruierten und erbauten astronomischen Anlagen in Uranienborg aus die erste Supernova der Menschheitsgeschichte beobachtet und beschrieben. Wie das Leuchtfeuer hat er aber auch seine Untergebenen, die Uranienborg bauen mussten, nicht so gut behandelt. In Bäckviken gibt noch ein Eis, aber dann dränge ich zur Rückkehr, weil ich immer nur an das Vorrankommen denke. Einige (Namen verrate ich nicht) hassen das an mir. Als wir gegen 12:30 Uhr zum Hafen zurückkommen, ist der Maler immer noch beschäftigt. Mit unserem Boot ist er jedoch fertig und so packen wir einfach das Bettzeug weg und segeln los. Heute beginnt die Fahrt wieder mit wenig Wind. Später kommt jedoch ein frischer Südwind auf, gegen den wir zwar kreuzen müssen, der aber nach den vielen Tagen Flaute und Schwachwind eine sehr schöne Abwechslung ist. Ekki versucht mit der noch von meinem Neffen Fabian an Bord vorhandenen Angel etwas zu fangen. Es sind aber nur Delikatessen für Algenfresser dran. Gegen 19:30 legen wir in Kopenhagen Langelinie an. Dieser kleine fünfeckige Yachthafen liegt ziemlich dicht am Zentrum von Kopenhagen und direkt neben der berühmten Meerjungfrau. Wir gehen nochmal in die Stadt und zwar zum Nyhavn, einer Straße an einem Kanal mit vielen Lokalen und Traditionschiffen. Das ist besonders abends eine ziemlich gemütliche Gegend. Hier trinken wir noch ein Bier (also ich eine Cola), schließlich sind wir wieder in Dänemark, dem Land, wo Bier und Pølser fließen.

Donnerstag, 5. August

Hafentag Kopenhagen 
Orbit in Langelinie
Orbit in Langelinie
Heute steht eine Stadtbesichtigung Kopenhagens auf dem Programm. Wir haben wieder Glück mit dem Wetter und eine Flaute stört uns heute auch nicht. Wir sehen natürlich alles Wichtige und auch einiges Unwichtiges, zum Beispiel die Hebebrücke, die in einer Folge der Olsenbande durch die von Børge auf seinem Kutter gehisste Riesendänenflagge zum Öffnen veranlasst wird. Wir besichtigen die Frelser Kirche, wo man den letzten Teil der 100 Meter Höhe auf einer Wendeltreppe außen am Kirchturm hinaufsteigt. Das habe ich schonmal 1990 gemacht und festgestellt, dass ich nicht schwindelfrei bin, für mich fällt das also heute aus. Die anderen furchtlosen Gestalten absolvieren diesen Teil des Pflichtprogramms jedoch ohne Ausfälle. Angesehen werden außerdem der Gammeltorv, die Einkaufsstraße Ströget, der Vergnügungpark Tivoli (zumindestens von außen), der sehr sehenwerte alte Hauptbahnhof und nochmal bei Tageslicht die Meerjungfrau, Nyhavn und Kongens Nytorv an dessem Ende. Eine lehrreiche Episode noch am Rande: Wir finden mittags beim Streifen durch die Stadt eine sehr nette Kneipe, die nach der Mittagskarte zu urteilen, auch ganz zivile Preise zu haben scheint. Als wir jedoch abends dorthin zurückkehren und uns die Mägen vollschlagen (und das eine und andere Bier dazutrinken), kommt eine Rechnung zusammen, die uns, trotzdem wir keine notorisch klammen Studenten mehr sind, das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Freitag, 6. August

Kopenhagen (Langelinie) - Bøgeskov
24 sm unter Segel und 1 sm unter Motor
 
Nun rückt die Heimat immer näher. Wir verlassen heute den Öresund und fahren in die Ostsee ein. Wir setzen nach dem Ablegen unter Motor sehr schnell Segel, zu früh, wie sich herausstellt, als wir, langsam in der Flaute dümpelnd, von einer der Schnellfähren nach Malmö fast auf eine steinige Mole gesetzt werden. Also weiter wieder unter Motor, aber nach Kurzem kommt eine schöner Wind auf, wenn auch wie gewöhnlich von vorne. Der Wind briest immer mehr auf und kurz vor Drogden müssen wir sogar die Genua gegen die Normalfock tauschen. Unser erster richtiger Segelwechsel seit fast 2 Wochen. Kurz danach passieren wir den neuen Tunnel von Amager nach Peberholm (deutsch: Pfefferinsel). Er ist Teil der Öresundverbindung und Peberholm (südlich der natürlichen Öresundinsel Saltholm gelegen, Wortspiel verstanden?) eine künstliche Insel, hinter der eine Brücke weiter zum schwedischen Festland führt. Die Brücke ist auch schon fast fertig und die Verbindung soll 2000 eröffnet werden. Sie bietet einen imposanten Blick, der uns noch eine Weile nach Süden begleitet. Nach 2 Stunden nimmt der Wind wieder etwas ab und wir setzen erneut die Genua. Vielleicht waren wir auch nach fast 2 Wochen Flaute nichts mehr gewohnt und haben zu früh das Segel gewechselt. Gegen 17:30 legen wir in Bøgeskov an. Es ist ein kleiner, netter Fischereihafen mit einer Tiefe von wenig mehr als 1,5 m. Deshalb gehören wir hier zu den größeren Booten, was selten genug vorkommt. Bøgeskov heißt auf deutsch Buchenwald und ein solcher von besonders schöner Ausprägung findet sich hier auch. Für Silke, Ali und mich hat Bøgeskov eine besondere Bedeutung, da wir hier 1992 nach einer ziemlich stürmischer Fahrt sicheren Unterschlupf fanden und einen sturmbedingt segelfreien Tag einlegten, und also werden gleich die alten Erinnerungen rausgekramt. Wir machen eine schöne Wanderung durch eine typisch dänische Landschaft (Wald, Felder, Kirchen, Gehöfte) und kommen erst wieder zum Boot, nachdem es bereits dunkel geworden ist. Ein schöner Tag.

Sonnabend, 7. August

Bøgeskov - Klintholm
31 sm unter Segel
 
Bei leichtem Ostwind legen wir gegen 9:30 wieder in Bøgeskov ab. Wir kreuzen in langen Schlägen, bis wir an Stevens Klint vorbeikommen. Der Wind dreht immer südlicher, so dass wir nur noch knapp Møns Klint anliegen können. Wir queren jetzt die Fakse Bukt, die zwischen Sjælland und Møn liegt und eine Durchfahrt bis zum Smålandsfarvandet hat. Wenn wir mehr Zeit hätten, würden wir gerne auch noch dorthin segeln und vielleicht sogar noch die dänische Südsee mitnehmen, aber so geht es schnurstracks nach Klintholm, dem perfekten Ausgangshafen für die Überfahrt nach Vorpommern, unserem nächstem Ziel. Gegen 17 Uhr runden wir, nachdem wir doch noch ein paar Schläge machen mussten, Møns Klint. Der Wind hat inzwischen ganz schön aufgefrischt und bläst mit 5 Windstärken. Diesmal hätten wir das Vorsegel wechseln sollen. Da wir nun jedoch nicht mehr kreuzen müssen, sondern die letzten 3 Meilen vor dem Wind fahren, nehmen wir einfach das Großsegel runter. Das schützt auch gegen die bei diesem Wellengang zu befürchtenden Halsen. Gegen 18 Uhr fahren wir in den Hafen von Klintholm ein und sind bei dem sich immer mehr verschlechterndem Wetter froh, nicht mehr draußen zu sein. Klintholm ist ein künstlich durch Steinmolen an der sandigen Südküste von Møn entstandener Hafen. Außerdem gibt es hier eine Siedlung mit Ferienhäusern, die sich auf Molen in den Hafen hineinschiebt und dem Ganzen einen ganz nette Atmosphäre verleiht. Da es auch der einzige Hafen weit und breit ist, ist er immer gut belegt. Morgen haben wir eigentlich eine lange Tour vor uns, aber die Vorhersage sieht nicht gut aus. Wir müssen in Richtung Südost und es sind natürlich östliche Winde der Stärke 5-6 angesagt. Wir gehen also von einem Hafentag (im Bootsjargon "Gartenarbeit" genannt) aus, holen uns in der ortsansässigen Räucherei ein paar leckere Fische und lassen es uns (mal wieder) gut gehen.

Sonntag, 8. August

Klintholm - Vitte (Lange Ort)
37 sm unter Segel und 1 sm unter Motor
 
Rauhe Überfahrt nach Vitte
Rauhe Überfahrt nach Vitte
Heute morgen sieht der Wetterbericht, für den wir uns extra um 6:40 wecken lassen, schon etwas besser, zumindestens jedoch anders, aus. Es sind jetzt umlaufende Winde der Stärke 3, bei Møn jedoch Ost 6, angesagt. Schaut man aus dem Fenster, nieselt es leicht und der Wind pfeift ganz schön durch die Wanten. Wir drehen uns also nochmal um und schlummern noch ein wenig in unseren warmen, trockenen Kojen und versuchen, zu vergessen, dass wir heute vielleicht noch rausmüssen in die grausame, kalte und nasse Welt. Als wir jedoch aufstehen, hat sich das Wetter etwas gebessert und vor allem kommt der Wind jetzt aus Süd und auch nur noch mit der Stärke 5. Wir beschließen also, loszufahren, wohl wissend, dass eine Winddrehung nach Ost uns den ganzen Tag verderben könnte, denn zum Kreuzen sind die Wellen zu hoch, da kommen wir mit der "Orbit" nicht mehr richtig vorran. Wir machen ein Reff ins Großsegel, setzen die Normalfock und legen unter Motor ab. Wir haben einen Kurs von 130 abgesetzt, den wir auch gut anliegen können. Dabei fahren wir so um 4 Knoten, eine gute Geschwindigkeit in Anbetracht von Seegang und Windrichtung. Alle im Cockpit haben einen Segleranzug an, da durchaus die eine oder andere Welle überkommt. Ich habe mich bis auf weiteres in die Kajüte zurückgezogen und spiele auf dem Mobiltelefon Memory. Das ist keine besonderes gute Idee, denn nach kurzer Zeit wird mir schlecht. Das kann ich mir gegenüber meiner Mannschaft, die zwar auch nicht richtig glücklich aussieht, aber immerhin nicht kotzt, natürlich nicht anmerken lassen. Möglichst lässig gehe ich also auch nach draußen und versuche, die immer stärker werdende Seekrankheit einfach zu ignorieren. Das geht nicht lange gut und schließlich rufe ich nach dem Eimer. Nachdem ich mich erleichtert habe, geht es mir wieder einwandfrei, aber jetzt setzt natürlich der Hämeschwall ein. Nun gut, da muss ich wohl durch. Unangenehmer ist, dass der Wind weiter zugenommen hat und jetzt mit 6 Beaufort weht. Wir entschließen uns gegen 12:30, noch ein Reff ins Großsegel zu machen, was bei den herrschenden Verhältnissen nicht wirklich Spaß macht. Gegen 14:30 beginnt der Wind dann zu drehen, jedoch nicht, wie befürchtet auf Ost, sondern auf Südwest. Wir haben jetzt also halben Wind und rauschen mit 6 Knoten auf den langsam hinter dem Horizont auftauchende Dornbusch, die Nordspitze Hiddensees zu. Das hat einen unglaublich positiven Einfluss auf die Stimmung an Bord. Gegen 15:30 und nochmal 20 Minuten später holen wir jeweils ein Reff aus dem Großsegel und fahren jetzt wieder Vollzeug. Wir kreuzen in das enge Fahrwasser des Libben ein. Als die Fahrrinne im Rassower Strom nach Westen abbiegt, steht uns der engste Teil der Rinne bevor und der Wind bläst inzwischen fast genau von vorne, aus Westen. Hier ist die Fahrrinne nur noch 15 Meter breit und an den Rändern steigt sie steil an, so dass nur wenige Meter weiter die Möwen bis zu den Knien im Wasser stehen. Wir wollen trotzdem kreuzen, nur laufen wir nach 2 Schlägen schon heftig auf und kommen auch durch den Einsatz der Stake nicht wieder frei. Erst der Motor schafft es, uns rückwärts hier rauszuziehen. Ernüchtert lassen wir den Motor noch bis zum nächsten Abknicken der Rinne in Richtung Norden an. Dann können wir für eine Meile weitersegeln, bis wir gegen 18 Uhr unter Motor in den erstaunlich leeren Vitter Seglerhafen Lange Ort einlaufen. Heute war nicht der schönste Tag, aber wir haben in vergleichsweise kurzer Zeit eine ordentliche Strecke zurückgelegt und sind wieder in Deutschland, und haben also keine lange und damit unberechenbare Überfahrt mehr vor uns.

Montag, 9. August

Vitte (Lange Ort) - Stralsund
16 sm unter Segel
 
Auf dem Dornbusch
Auf dem Dornbusch
Die Mannschaft fordert heute wieder mal Ausgang und da die Sonne scheint und wir auf der Insel Hiddensee sind, bin ich auch für eine kleine Wanderung. Außerdem wollen wir heute nur nach Stralsund segeln und das sind gerade mal 16 Meilen, also ein typisches Nachmittagsprogramm, zumindestens bei dem schönen Westwind. Wir gehen vom Yachthafen nach Kloster und umrunden dann gegen den Uhrzeigersinn den Dornbusch, den Hügel an der Nordspitze von Hiddensee. Es sind sehr viele Touristen unterwegs, aber trotzdem ist es wunderschön über diese Insel zu wandern. Auf dem Rückweg kaufen wir in einem günstig gelegenen Supermarkt ein. An der ostdeutschen Küste sind leider die Möglichkeiten des Einkaufs für Segler sehr schlecht, da die meisten Einwohner in Großmärkten auf der grünen Wiese einkaufen und deshalb Lebensmittelgeschäfte in den kleinen Städten häufig nicht mehr existieren. Hier auf Hiddensee, wo es ja keine Autos gibt, kann man auch noch gut "zu Fuß" einkaufen. Wieder im Hafen angekommen legen wir gegen 15:30 ab. Inzwischen hat der Wind nochmals etwas aufgefrischt, so dass wir mit Normalfock und Großsegel losfahren. Es wird eine schnelle Fahrt und der Wind nimmt noch weiter zu, gegen 16:30 haben wir 6 bis 7 Windstärken. Zum Glück fahren wir durch die geschützten Fahrwasser zwischen Hiddensee und Rügen. Hier ist es teilweise, wie wir ja schon gestern erfahren mussten, einen Meter neben der Fahrrinne nur noch wenige Zentimeter tief. Heute jedoch bedeutet das für uns, dass wir ohne Wellen mit halben Wind gen Stralsund brettern können. Der Wind ist uns jedoch trotzdem zu stark geworden und deshalb machen wir zwei Reffs in das Großsegel und wechseln das Vorsegel. Wir fahren nun die bei uns so genannte Hiddenseefock, wie passend. Sie heißt so, da sie die Standardfock des Bootstyps "Hiddensee" ist. Nach der Windspitze flaut es wieder etwas ab, so dass wir gegen 18 Uhr beide Reffs aus dem Großsegel rausnehmen und kurze Zeit später auch erneut die Normalfock setzen. Kurz vor 19 Uhr legen wir im Hafen Dänholm in Stralsund an. Heute Abend wollen wir noch zum Griechen in Altefähr, mit dem uns auch schon diverse Erinnerungen verbinden, Essen gehen. Dazu müssen wir jedoch gut 3 Kilometer wandern, erst über den Rügendamm, die Brücke, die den Dänholm mit Rügen verbindet, und dann nach Norden nach Altefähr. Schlimmer jedoch ist, dass wir diese Strecke im Finsteren nach dem Essen mit vollen Mägen wieder zurück müssen. Und unsere Mägen sind nach dem vorzüglichen, viel zu reichhaltigem Abendschmaus richtig voll. Zu guter Letzt ist dann auch noch das Hafengelände verschlossen, als wir gegen 23 Uhr davorstehen. Nun heißt es also auch noch klettern. Danach fallen wir erschöpft und fast schon wieder ein wenig hungrig in die Kojen.

Dienstag, 10. August

Stralsund - Zickersee
18 sm unter Segel und 7 sm unter Motor
 
Gewitter auf dem Zickersee
Gewitter auf dem Zickersee

Mittwoch, 11. August

Zickersee - Ziegenort
53 sm unter Segel und 1 sm unter Motor
 

Donnerstag, 12. August

Ziegenort - Hohensaaten 

Freitag, 13. August

Hohensaaten - Schönwalde 

Sonnabend, 14. August

Schönwalde - Werder/Havel